Oswald von Wolkenstein: Zur Startseite

O Pfalzgraf Ludewig am Rhein

Loblied auf den Fürsten und die Stadt Heidelberg, 1428 (KL 86)

OriginaltextNoten und Text als JPG

Meine Übertragung der 2. und 3. Strophe, wie ich sie singe

II
Dich rühm’ ich, Heidelberg,
hoch oben auf dem Berg,
Wo feine, kleine Mündlein rot –
verzehren Mus und Brot,
züchtig und wohlgemut, die Ehre sehr in Hut:
das Mätzchen, Kätzchen, Trina,
die Agnes und die Tina.
An Jugend, Tugend wohlgeziert –
in Wandel, Handel unbeirrt.
Drum stimmt in Gott, des Milden, Lob ein:
dass er vermag zu bilden so schöne Kinderlein.
III
Wie hold der Neckar ist!
Der Bach gemach nicht fließt
zum Rhein, so auch die Nau
bei Bingen. In Neckarau
da leert man dir im Saus der Taschen Maschen aus.
Ohn' Tand fand ich ein gut Gemach
zu Mannheim und Bacherach.
Doch hier ich fröhlich und selig ward,
gepflegt von meinem lieben »Bart«.
Er hat mich reich bedeckt mit Fuchsfellen fein,
mit Marderpelz erschreckt:
Mein Spiel bringt mir was ein!

Diese Übertragung ist zu hören mit CONVENTUS TANDARADEY im 2014 erschienenen Film
»Margarete von Schwangau – Leben, Liebe und Leid einer außergewöhnlichen Burgfrau«
von Elisabeth Wintergerst


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I
O phalzgraf Ludewig bei Rein so vein, dein steig
geit braite schraitte tugent gross. kainer dein genoss
Dir nicht geleichen mag. hör mich, was ich dir sag!
sich klärlich, bärlich vindet das nach adelicher mass;
Die rürstu, fürstu in stetem schilt
durch manhait, weisshait warhafft, milt.
ouch freuen dich die frauen, permafoi,
hort ich von deim getruen
gemaheln von Sophoi.
II
Ich rüm dich, Haidelwerg, lob oben auf dem perg,
das schöne, fröne mündlin rot da zeren müss und brot
Mit züchten wolgemüt. ir er ist ser behüt
durch Metzlin, Ketzlin, Kädrichin, Agnes und Engichin,
Der jugent, tugent wolgeziert
mit wandel, handel ungefiert.
des lob ich got, den milden, was ich kan,
das er also kan bilden
schön kindichin wolgetan.
III
Do ich den Necker koss, der bach gemach nicht floss
in Rein, der Main, darzu die Nau umb Pingen. Neckerau,
Dein scheren ungenetzt der taschen maschen setzt,
an rüff schüff ich mir güt gemach zu Manhaim, Bacherach.
Unfröstlich, köstlich mein da ward
gepflegen engegen von dem lieben bart,
der mich hat schon gedecket mit füchsen swer,
durch märder ser erschrecket;
das spil louff mir nicht ler.

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