Oswald von Wolkenstein: Zur Startseite
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Oswald stammte aus der Südtiroler Adelsfamilie der Villanders, die sich später nach Schloss Wolkenstein im Grödnertal benannte, und wurde vermutlich 1376 oder 1377 geboren (zur Familiengeschichte).

Entweder war sein rechtes Auge bereits von Geburt an beschädigt, oder es kam dazu in seiner Kindheit. Franz Daxecker geht in seiner Untersuchung davon aus, dass es sich mit großer Wahrscheinlichkeit nicht um eine krankhafte Ptosis handelte (Lähmung mit Herabsinken des Oberlids, die angeboren sein könnte oder erworben, z. B. durch Syphilis oder Rheuma), sondern um »eine perforierende Verletzung des rechten Auges« in der Kindheit mit anschließender Schrumpfung des Auges (Phtihisis bulbi) mit begleitender Ptosis. Die Familienüberlieferung könnte also stimmen, wonach Oswalds Auge etwa in seinem 9. Lebensjahr an Fassnacht durch einen Bogenschuss beim Spiel verletzt wurde.

Mit etwa zehn Jahren begann Oswald (evtl. im Dienst eines fahrenden Ritters) ein abenteuerliches Wanderleben, das ihn durch weite Teile Europas, vermutlich gar bis in den Vorderen Orient führte. Nach dem Tod seines Vaters kehrte er im Jahr 1400 nach Tirol zurück. Es begann ein langwieriger Erbschaftsstreit, der zunächst 1407 mit der Aufteilung des Erbes endete.

Politisch waren die Ausgangsvoraussetzungen für den zweiten Sohn eines kleinen Adligen ohne eigenes Erbe nicht besonders (Familiengeschichte), und Oswald tat sich die ersten 30 Jahre auch schwer, reiste viel umher, scheiterte auch manchmal in seinen Unternehmungen.

Ab 1415 aber ging es bergauf: Hochgebildet, weitgereist und vielsprachig, dazu durch seine Musik immer wieder auffällig, wurde Oswald beim Konzil von Konstanz in das Gefolge von König Siegmund von Luxemburg aufgenommen und war fortan der Mittelmann zwischen dem König und den Tiroler Adligen, die sich gegen den Ausbau der landesfürstlichen Gewalt durch Herzog Friedrich IV. von Österreich wandten. Er wurde Mitglied im Orden »von der Stola und den Kanndeln und dem Greifen« und auf bedeutende Gesandtschaftsreisen geschickt, die ihn u. a. auch in meine Region, nach Heidelberg, führten (wo er auch 1425 und 1428 war).

Auch nach der offiziellen Versöhnung zwischen Fürst und König 1418 und nach seiner Heirat war Oswald viel unterwegs: Gerichtsverhandlungen führten ihn durch ganz Tirol, Gesandtschaftsreisen durch große Teile Europas und bis nach Ungarn. 1420 nahm er evtl. an den Feldzügen gegen die Hussiten teil und geriet möglicherweise dabei zeitweise in Gefangenschaft.

Da die Burg Hauenstein, die Oswald als Erbe erhalten hatte, ihm nur zu einem Drittel gehörte, er aber alle Einnahmen an sich riss, kam es zu erheblichen Streitigkeiten, die 1421/22 in eine Gefangenschaft mündete samt Folter und Demütigungen. Erst nachdem diese Streitigkeiten endgültig aus dem Weg geräumt waren, konnte Oswald ab 1427 ein standesgerechtes adliges Landleben führen, mit einer Frau, die ihm sieben Kinder gebar und ihn um einige Jahre überlebte. (Einzelheiten siehe Zeittafel)

Von nun an wurde für den etwa 50-Jährigen sein Leben etwas ruhiger, er hatte sehr wichtige Ämter inne, geriet aber auch immer wieder in Streitigkeiten und Konflikte.

1423/25 ließ Oswald eine erste Handschrift mit seinen Liedern fertigen, eine Art »Ausgabe erster Hand« auf Pergament mit mehr als 100 Liedern mit Noten, die heute als »Handschrift A« bekannt ist; Nachträge reichen bis nach 1436.

1431 wurde er Mitglied im Drachenorden und präsentiert seine Orden stolz auf dem berühmten repräsentativen Porträt, das als Vorsatzblatt die »Handschrift B« ziert, die Innsbrucker Liederhandschrift von 1431/32, ebenfalls auf Pergament. Diese »Zweitschrift« enthält Nachträge bis nach 1438.

1445 starb Oswald in Meran, als hochangesehener Ritter und einer der wichtigsten Adligen von Tirol.

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